Mobil surfen über den Wolken
Endlich ist wieder mobiles Internet im Flugzeug möglich. Lufthansa startet zweiten FlyNet-Anlauf - Internet-Verbindung läuft über Satellit.
Passagiere der Lufthansa sollen künftig wieder während des Fluges im Internet surfen können. Auch das Senden von SMS über das Handy oder der Datentransfer über Smartphones soll bereits ab Mitte des nächsten Jahres in zunächst 50 Langstreckenmaschinen möglich sein. Damit wäre Lufthansa das einzige Unternehmen weltweit, dass diesen Service offeriert. Bereits von 2004 bis 2006 hatte die Airline schon einmal Internetzugang während des Fluges angeboten, musste den Dienst aber einstellen, nachdem der damalige Kooperationspartner Boeing aus wirtschaftlichen Gründen ausstieg.
In Zusammenarbeit mit Panasonic startet Lufthansa nun einen erneuten Anlauf. Über den wiederbelebten Service FlyNet soll die Datenkommunikation im Mobilfunkstandard GSM/GPRS und per W-LAN ermöglicht werden. Da das System auf Satellitenübertragungstechnik setzt, funktioniert es selbst auf Interkontinentalflügen über dem Meer. Technische Grundlage ist dabei die „Global Communications Suite“ von Panasonic Avionics. Neben dem Breitband-Internetzugang mit dem Namen „eXConnect“ bietet diese auch den Mobilfunkservice „eXPhone“. Lufthansa möchte diesmal sicherstellen, dass Anwendungen wie Live-TV-Streams ohne Unterbrechungen und Einschränkungen möglich sind. Die Fluggesellschaft setzt dabei auf eine hohe Bandbreite, um das Surfen im Web sowie den E-Mail-Versand mit Dateianhang zu ermöglichen und Virtual Private Network (VPN) nutzbar zu machen. Obwohl mit der neuen Technik auch das Telefonieren mit dem Handy möglich wäre, will die Airline dies unterbinden. „Grundsätzlich wollen wir Ruhe an Bord haben“, betont Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Allerdings sei an Bord auch eine Art Telefonzelle denkbar, die Passagiere nutzen könnten, ohne andere Fluggäste dabei zu stören.
Nach eigenen Aussagen möchte die Fluggesellschaft mit dem neuen Internet-Angebot hauptsächlich Geschäftsreisende ansprechen. Wie Mayrhuber ausführt, will man vor allem auf Langstreckenflügen die breite Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten anbieten - ähnlich etwa wie an einem leistungsfähigem Hotspot. Demnach sollen sich die Fluggäste mit FlyNet in der gesamten Kabine mit einem W-LAN-fähigen Endgerät einloggen können. Alternativ ließe sich auch eine Verbindung per GMS/GPRS aufbauen. Für W-LAN seien verschiedene Bezahlmodelle, von der einstündigen Pauschale bis hin zur monatlichen Flatrate, vorstellbar. Abhängig vom gewählten Gerät (Notebook, Handy oder Smartphone) geschieht die Abrechnung über einen Mobilfunkanbieter oder die Kreditkarte. Auch das Einlösen von Miles & More Prämienmeilen soll demnach möglich sein.
Wie viel das Surfen hoch über den Wolken genau kosten soll, dazu wollte Lufthansa bislang aber noch keine Angaben machen. Laut Informationen des Wall Street Journals soll der Tarif zur Internetnutzung bei drei US-Dollar für eine Minute, zwölf Dollar für eine Stunde und 22 Dollar für ein Tagesticket liegen.