Die Mobilfunknetze in Deutschland werden immer besser. Alle vier Netzbetreiber haben 2009 kräftig in ihre Infrastruktur investiert, was sich in der verbesserten Performance niederschlägt. Das ist eine sehr positive Entwicklung für die deutschen Mobilfunknutzer. Insbesondere die Netzleistung im Bereich des mobilen Internets hat deutlich zugelegt.
Interessante Ergebnisse brachte der jährliche Netztest der Fachzeitschrift Connect auch in punkto Rangordnung der Netzbetreiber. Das klassische Schema Telekommunikationsriesen (T-Mobile, Vodafone) gegen kleine Verfolger (o2, E-plus) scheint sich überlebt zu haben: o2 konnte durch einen massiven HSPA-Ausbau in einigen Kategorien zum ehemaligen Branchenprimus T-Mobile aufschließen. Während die Langzeitkonkurrenten T-Mobile und Vodafone im Testjahr 2008 nahezu gleichauf lagen, konnte Vodafone den Netztest 2009 aufgrund hervorragender Ergebnisse für sich entscheiden.
Im Bereich der Sprachtelefonie bescheinigten die Netztester von Connect dem Netzbetreiber Vodafone beste Werte: Die Stabilität und Qualität der Verbindungen ist in Deutschland unerreicht. Eine ähnlich gute Beurteilung erhielt der Düsseldorfer Konzern für die mobile Datenkommunikation. Sowohl in den Städten wie auch auf dem Land bietet das Vodafone-Netz schnelle, stabile Verbindungen. Im Gegensatz zum Mitbewerber T-Mobile hat das Düsseldorfer Unternehmen schon früh damit begonnen, die UMTS-Versorgung auch außerhalb von Ballungszentren aufzubauen. Inzwischen wurde die Breitband-Infrastruktur offensichtlich optimiert, so dass der mobile Datenfluss im Vodafone-Netz bundesweit praktisch ungehindert auf höchstem Niveau funktioniert.
Das Mobilfunknetz von T-Mobile ist zweifelsohne hervorragend ausgebaut. In punkto Sprachtelefonie besetzt der Bonner Konzern laut Connect-Redaktion souverän den zweiten Platz, wobei der Abstand zum Erstplatzierten Vodafone minimal ist. Allerdings hatte der rote Erzrivale in diesem Jahr auch im Bereich der Datenkommunikation die Nase ganz weit vorn. Konnte T-Mobile im Testjahr 2008 noch mit der schnellsten Upload-Rate glänzen, gingen diese Lorbeeren 2009 ebenfalls an Vodafone. Trotzdem ist und bleibt T-Mobile der einzige Netzbetreiber in Deutschland, der sein Mobilfunknetz flächendeckend mit dem GPRS-Turbo EDGE ausgestattet hat. Diese 2G-Technologie ist zwar kein Ersatz für die HSPA-Datenübertragung, bietet aber deutlich schnellere Verbindungen in Regionen mit keinem oder schlechtem UMTS-Empfang.
„Viel hilft viel“, diese Binsenweisheit ist selten zutreffend. Im Fall des Netzbetreibers o2 kann man jedoch getrost sagen, dass die hohe Investitionssumme für den Netzausbau 2009 das Unternehmen in die Nähe der Telekomriesen T-Mobile und Vodafone katapultiert hat. Der relativ späte HSPA-Ausbau von o2 hat den Vorteil, dass die integrierte Hardware technisch auf dem modernsten Stand ist. Außerdem hat der Münchner Netzbetreiber nicht nur in die Breitband-Versorgung der Ballungszentren sondern auch in die ländlichen Gebiete investiert. In der bayerischen Landeshauptstadt hat o2 sogar einen Evolutionsschritt übersprungen, dort ist eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 28 Megabit pro Sekunde im Downlink möglich. Im Bereich der Sprachtelefonie bescheinigten die Connect-Tester dem Münchner Anbieter ebenfalls sehr gute Leistungen. Die Erzrivalen T-Mobile und Vodafone müssen sich wohl auf einen dritten ebenbürtigen Konkurrenten einstellen.
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Die Sprachtelefonie im E-plus-Netz funktioniert auf hohem Niveau, so das Urteil der Netztester. Die Schwäche des Düsseldorfer Netzbetreibers liegt eindeutig im Bereich der Datenkommunikation. Besonders hervorgetan hat sich E-plus in der Vergangenheit mit innovativen und günstigen Datentarifen, allerdings wurde im Gegenzug auch kaum in den Ausbau der Netzinfrastruktur investiert. Inzwischen hat der nach Kundenzahlen drittgrößte deutsche Mobilfunkbetreiber doch mit der Einführung von HSDPA in ausgewählten Großstädten begonnen. Zudem arbeitet E-plus an einem großflächigen EDGE-Ausbau seines Funknetzes. Die Ergebnisse des Netztests 2009 zeigen bereits erste Verbesserungen in der Performance, dennoch dauern Datentransfers im E-plus-Netz immer noch rund vier mal länger als in einem Netz der Konkurrenz.